25 Jahre Photoshop – diese Software hat die Fotografie verändert

25 Jahre gibt es mittlerweile die Bildbearbeitungs-Software Photoshop. Eine Software von der man wohl zurecht behaupten kann, sie habe die Bildbearbeitung verändert beziehungsweise die Einführung der DigitalFotografie vorangetrieben. 

Die Leichtigkeit mit der man kleine Details innerhalb von Bildern realistisch verändern kann, so dass man die Veränderungen auf dem ersten, zweiten Blick und bei manchen sogar nie, gehört heute zum Alltag in der Bildbearbeitung. Dies fängt schon alleine bei den Titelseiten der vielen Hochglanz-Magazine bis hin zu kleineren Shootings mit dem “Mädel von nebenan”, klar gibt es Alternativen, aber meiner Meinung nach fängt die wirkliche Bildbearbeitung mit Photoshop an. Hier sind Fantasien keine Grenzen gesetzt, sei es Wohnlandschaften am Computer zu errichten (wie es IKEA allzu gerne macht) bis hin zu den verrücktesten Ideen der Werbeagenturen.

Adobe-Photoshop-25-Jahre

Natürlich wird Photoshop nicht immer für Beauty-Retuschen oder Bild-Composings positiver Art verwendet, hier gibt es oft auch die Kehrseite der Medaille. Bilder die Konflikte, Unfälle oder sonstige Katastrophen zeigen, können genauso gut per Photoshop bearbeitet worden sein, etwa um die “Dramatik” zu erhöhen.

Nun hat DIE Bildbearbeitungs-Software seinen 25. Geburtstag gefeiert. Dabei war es nicht einmal das erste Bildbearbeitungsprogramm, aber auf jedenfall schnell das erfolgreichste. Obwohl man heute Photoshop unweigerlich mit Adobe in Verbindung bringt, war es anfangs ein Familienprojekt, weit weg von heutigen StartUp-Eldorados wie dem Silicon Valley.

Ein Programm zum Anzeigen der Graustufen auf einem Schwarz-Weiß-Displays

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Den ersten Schritt machte ein Student namens Thomas Knoll an der Universität von Michigan, mit der er die Graustufen auf einem Schwarz-Weiß-Monitor anzeigen wollte. Im Grunde also eine kleine Bastelübung eines fähigen Programmierers. Diese hätte es wohl bleiben können, wenn Thomas Bruder John nicht im Spezialeffekte-Studio Industrial Light & Magic von George Lucas gearbeitet hätte. Dieser sah in “Display” (so der Name des Erstlingswerk seines Bruders) einen Start zur komplexen Bildbearbeitung. So fügte man später die Unterstützung weiterer Bildformate sowie Filter hinzu. Mit dieser konnt man schon einzelne Teile des Bildes sowie bestimmten Merkmalen die Farbsättigung verändern. Als man das Gefühl hatte, ein Programm für den kommerziellen Gebrauch geschaffen zu haben gingen die Gebrüder Knoll auf Investorensuche in der IT-Branche.

Doch anfangs ohne Erfolg: Heute bereits in Vergessenheit geratene Firmen wie SuperMac oder Aldus sagten den Brüdern Knoll ab, der erste Erfolg stellte sich überhaupt erst ein, als Barneyscan (ein Anbieter für Scanner) 200 Kopien des Programms zusammen mit seinen Geräten auslieferte. Erst als man einen Termin beim Software-Riesen Adobe hatte, sollte der Durchbruch gelingen. Adobe hatte zwar selbst ein Bildbearbeitungsprogramm in der Pipeline, jedoch kam man zum Entschluss, auf Photoshop zu setzen, da man der Meinung war, das es sich um das bessere Programm handle.

Mit einer Einigung per Handschlag wurde der Deal fixiert, doch dauerte es mehr als ein Jahr, genauer gesagt im Februar 1990, bis Version 1.0 auf dem Markt kam. Der Beginn eines Erfolgs, welcher die Einführung der Digitalfotografie vorantrieb.

Adobe setzt auf Abo statt Einzelverkauf

Vor etwa 3 Jahren leitete man bei Adobe einen radikalen Schnitt hinsichtlich seines Geschäftsmodells ein. Den der Vertrieb von Software wurde auf ein Abo-Modell umgestellt, betroffen davon neben Photoshop auch Lightroom, Illustrator (Vektor-Grafiken), Premiere (Videobearbeitung), After Effects oder InDesign. Im Gegensatz zu früher, wo man die jeweilige Software um mehrere hundert Dollar erwerben konnte – wobei viele angesichts der Preise zu illegalen Downloads aus dem Netz griffen – bezahlt man ab diesen Zeitpunkt einen monatlichen Fixpreis und kann aber sich so stets sicher sein, die aktuellste Version zu betreiben.

Doch Umsatz und Gewinn sinkten ins Bodenlose, was sich inzwischen aber wieder gebessert hat. UND: mittlerweile kann man sogar ein einheitliches User-Interface auf verschiedenen Plattformen gewährleisten, aber vor allem am mobilen Markt ist man hier mit starker – kostenloser – Konkurrenz konfrontiert.

Wohlstand ja – Doktortitel nein

Heute ist es dem geschäftlichen Weitblick der Gebrüder Knoll zu verdanken, das diese anfangs Adobe nur eine Lizenz einräumten und erst später nachdem die Software bereits erfolgreich war abkaufen lies, das diese im Wohlstand leben können. Thomas Knoll lebt zwar weiterhin in Michigan, aber er schrieb seine Doktorarbeit nie fertig. John Knoll machte in Hollywood als Meister für Special Effects Karriere und war unter anderem für Blockbuster wie StarWars, Avatar und für den zweiten Film der “Fluch der Karibik”-Reihe verantwortlich, für den er sogar einen Oscar erhielt.

 

By | 2015-02-19T21:32:05+00:00 Februar 19th, 2015|Allgemein, Fotografie|0 Comments

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Fotograf und Retoucher aus Wien, Gründer des SonyAlpha-Blogs Liebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein.

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