Adobe Lightroom nun für Android verfügbar

Es ist nicht gerade ein Geheimnis, das Adobe sich mit mobilen Versionen ihrer Programme recht Zeit lässt und ansonsten eher stiefmütterlich behandelt. Auch bei den einzelnen OS gibt es Unterschiede: Während man als iOS Benutzer die Vorteile von Adobe Illustrator Color CC, Premiere Clip, Brush CC und noch viel mehr genießen kann, gibt es nicht annähernd denselben Umfang an Apps im Google Play Store. Aber es gibt nicht nur schlechte Neuigkeiten, denn seit heute kann man sich zumindest über die mobile Version von Adobe Lightroom für Android freuen, welche nicht nur für Android-Smartphones sondern auch für Android-Tablets optimiert ist.

Vom Ersteindruck her, sieht die App genauso aus, wie bei der PC-Variante, die ich ebenfalls benutze (hier aber eher zum katalogisieren und entwickeln von Landschaftsaufnahmen, für alles andere verwende ich Photoshop).

Ein gar nicht so unwichtiger Faktor sei gleich von Anfang an erwähnt: Für Adobe Lightroom braucht ihr eine gültige Adobe ID bzw Creative Cloud-Konto. Ihr habt zwar am Anfang einen 30-tägigen Testzeitraum, aber meiner Meinung nach zahlt es sich aus, wenn man öfters mit Fotobearbeitung und -entwicklung zu tun hat, sich ein Abo für die Creative Cloud zuzulegen. Dies kostet 12€ /Monat und beinhaltet Lightroom und Photoshop – und das nicht nur für die PC-Version, sondern auch für Mobiles und Web.

Eine weitere Einschränkung ist doch auch noch im Funktionsumfang zu finden den die mobile Version von Lightroom unterstützt keine DNG-Dateien, die als “digitale Negative” zu sehen sind, was aber zugegebenermaßen eine Mammut-Aufgabe für Smartphone und Tablets darstellt. Zum Vergleich: Meine Sony Alpha 58 wirft die RAW-Dateien mit einer Größe von 20 MB aufwärts aus, das mag im ersten Moment nicht viel sein, aber für einen Computer bedeutet das doch auch einen Rechenaufwand und nach der Bearbeitung kann das Ding gleich mal um ein vielfaches höher sein.

Sobald man die App das erste Mal startet durchläuft man einen First-Run-Prozess, mit der man anschließend (bei mir nach Eingabe des CreativeCloud-Kontos) lokal gespeicherte Bilder oder Fotos in Lightroom einfügen und auch über die Creative Cloud synchronisieren kann. So könnte ich theoretisch ein Bild, welches ich mit meinen Smartphone geschossen habe, in Lightroom beginnen zu entwickeln und nachher zuhause am PC weiter bearbeiten.

Doch wie sieht es mit der Bearbeitung an sich aus? Sobald man ein einzelnes Foto geöffnet hat, kann man gleich mit der Bearbeitung beginnen. Anders als in der PC-Version findet man die Bearbeitungsleiste am unteren Rand des Bildschirms, mit welcher man dann Dinge wieWeißabgleich, Temperatur, Farbton, Belichtungskorrektur, Kontrast, Lichter, Tiefen, Weiß- und Schwarzpegel, Klarheit, Brillanz und Farbsättigung einstellen kann. Auch diverse Filter und die Möglichkeit zum Zuschneiden ist hier vorhanden. Diese reichen von kreativen Farben, Schwarzweiß, “Detail” und Wirkung (Vignetten und Körner). Leider kann man keine eigenen Filter definieren, aber Adobe schließt es zumindest nicht, diese Funktion bald mal zu implementieren.

Sobald ihr eure Bildbearbeitung abgeschlossen habt, könnt ihr das Foto synchronisieren oder ihr wartet auf eine automatische Synchronisierung via Wi-Fi. Alternativ könnt ihr diese Fotos auch mit euren Freunden teilen.

Zu mehr Details hatte ich leider noch keine Zeit, ich hab über die App nur kurz drüber gesehen und anschließend diesen Artikel verfasst. Aber soviel sei gesagt, für eine erste Bearbeitung ist die mobile Version auf jeden Fall ausreichend, für das Endergebnis würde ich aber auf jeden Fall auf den PC wechseln und die Bildbearbeitung da abschließen, da Smartphone-Displays nicht gerade (aus fotografischer Hinsicht) die beste Art ist um eine ernsthafte Bildbearbeitung durchzuführen. Auch am PC sollte es eher ein kalibrierter Monitor sein und kein 08/15-Bildschirm aus den Elektronik-Laden um die Ecke. Aber das sind, wie man so schon sagt: my 2 cents 😉

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(via androidpolice)

By | 2015-03-01T16:13:16+00:00 Januar 15th, 2015|Allgemein, Fotografie, Fotografie-old|0 Comments

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Fotograf und Retoucher aus Wien, Gründer des SonyAlpha-Blogs Liebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein.

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