Mit dem Farbeditor arbeiten in Capture One Pro 10

Der Farbeditor ist eines der beliebtesten Tools in Capture One Pro, ich würde sogar behaupten, alleine dieses Werkzeug ist es Wert auf die Pro-Version upzugraden (in der Express-Version soll der deaktiviert sein). 

Sobald man sich eine Zeit lang mit dem Farbeditor eingearbeitet hat, wird man von der Leichtigkeit und der Geschwindigkeit der Farbanpassungen begeistert sein. Anfangs ist das Aussehen des Farbeditors in Capture One ein wenig verwirrend, aber ich finde mittlerweile das er sogar einfacher ist als die HSL-Regler in Lightroom bzw CameraRAW von Adobe.

Was kann der Farbeditor in Capture One?

  • Farbstiche korrigieren – etwa wenn man in einem schlechten künstlichen Licht fotografiert hat
  • Einen Farbbereich auswählen und mit dieser eine neue Ebene in den lokalen Anpassungen erstellen
  • kreativ Bilddetails umfärben, wie etwa die Iris eines Auges oder eine Blume
  • Hautunreinheiten und Unregelmäßigkeiten beseitigen (auch wenn beim Shooting MakeUp verwendet wurde)
  • Farbeffekte verstärken, beispielsweise um einen Sonnenuntergang dramatischer zu machen

Das sind natürlich auch Dinge, die man in Photoshop oder etwa mit ColorEfex umsetzen kann, aber die Anpassungen auf der Rohentwicklungsstufe führt auf jeden Fall zu höherwertigeren Ergebnissen.

Quicktipp

Einstellungen, die man im Farbeditor vornimmt, können später über das Aktionsmenü als ICC-Farbprofil gespeichert werden. Ein ideales Werkzeug also um Ad-hoc Anpassungen bei Kameraprofilen vornehmen zu können. Und bietet eine viel einfachere Möglichkeit, Farben zu entsättigen, aufzuhellen, abzudunkeln und zu modulieren und als neues ICC-Kameraprofil neu zu erstellen.

Die drei Registerkarten im Farbeditor

Registerkarte „Allgemein“

Farbeditor

Der Farbeditor in Capture One Pro bietet drei Registerkarten: „Basisdaten“, „Erweitert“ und „Hauton“. Der Basisdaten-Tab ist am einfachsten zu verwenden: einfach die gewünschte Farbe mit der Pipette auswählen oder eine der Farbscheiben unterhalb auswählen. Anschließend kann man mit den Reglern für Glättung, Ton drehen, Sättigung und Helligkeit den gewünschten Farbbereich verändern. Dieser Tab ist insgesamt noch relativ übersichtlich gestaltet und eignet sich vor allem für schnelle Farbanpassungen. Die Schieberegler für Sättigung und Helligkeit sind an sich selbsterklärend, weswegen ich auf diese nicht näher eingehen werde. Doch was bewirkt der „Ton drehen“-Regler? Dieser bewirkt das die ausgewählte Farbe im Farbrad gedreht wird in dem Magenta oder Grün hinzugefügt wird. Relativ simpel also 😉

QUICKTIPP

Wenn man den Haken bei „Nur ausgewählten Farbbereich anzeigen“ anklickt, dann wird das Bild entsättigt, exklusive des gewählten Farbbereichs, der weiterhin farbig angezeigt wird. Mit den Regler „Glättung“ kann der Farbbereich feinjustiert werden.

Der Regler „Glättung“ bestimmt den Grad der Ähnlichkeit zwischen den Farben im ausgewählten Farbbereich. Der Standardwert ist 12, bei dem die Töne nur geringfügig variieren, während 1 nur den ausgewählten Farbton beeinflusst und 29 einen breiten Farbbereich von Farbtönen auf beiden Seiten beeinflusst.

„Erweiterte“ Registerkarte im Farbeditor

Farbeditor

In der Registerkarte „Erweitert“ könnt ihr jede x-beliebige Farbe, die in euren Bild vorhanden ist auswählen und verfügt zusätzlich über Maskierungsoptionen. Ihr solltet auch sofort 4 neue Buttons sehen, mit denen ihr beispielsweise auch die Auswahl umkehren könnt (Das Tortensymbol ganz links). Das nächste Symbol erhöht die Sättigung der Auswahl (Ist also mehr eine Verknüpfung als ein Werkzeug) und das „+“ bzw das „-“ fügt eine neue Auswahl hinzu bzw löscht diese. Am genialsten finde ich aber den Haken bei „Ausgewählten Farbbereich anzeigen“, welcher dann eine Art Color Key aus euren Bild macht, bei dem nur die Farbe angezeigt wird, die ihr ausgewählt habt, während der Rest Schwarz/Weiß bleibt. Diese Ansicht verbleibt solange bis ihr den Haken wieder entfernt.

„Hautton“ Registerkarte

Farbeditor

Ein weiterer Vorteil gegenüber Adobe Lightroom ist diese Registerkarte „Haut“ bei denen ihr bei Portraitbildern die Hauttöne homogenisieren könnt. Dies ist eine Funktion, die ich bei jeden meiner Bilder verwende und mir eine enorme Zeitersparnis später in der Retusche ermöglicht. Jedoch benutze ich diese Funktion im Regelfall in Verbindung einer „Lokalen Anpassung“, da die Haartöne oft mit einen Farbbereich (Rot oder Gelb) der Haut in Verbindung stehen und ich die Haare mit homogenisieren würde. Mit einer Ebene in den lokalen Anpassungen bin ich hier auf der sicheren Seite und kann die Bereiche ausmaskieren, die mich hier behindern würden.

Zum Schluss möchte ich das Thema „perfekte Hautfarbe“ angehen, darüber wird oft in Foren und Facebook-Gruppen diskutiert. Die „Queen of Colors“, Natalia Taffarel, hat dazu bei einen Workshop folgendes gesagt:

Eigentlich ganz einfach oder? Ich hoffe ich konnte euch mit dem Farbeditor weiterhelfen. Lasst mir auf jeden Fall ein Feedback hier in den Kommentaren da.

Cheerio 😉

2018-09-06T00:16:00+00:00

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Fotograf und Retoucher aus WienLiebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein. Auf meinem Instagram-Account findet ihr die aktuellsten Bilder und Stories.

2 Comments

  1. Andreas 6. November 2018 at 22:14 - Reply

    Gut geschrieben … eine Frage/ein Problem habe ich für Version Capture one Pro 10 Version: Mir gelingt es nicht den Farbeditor in nur einer neu angelegten Anpassungsebene zu benutzen, konkret: Ich markiere ein Teil des Bildes als neue Ebene. Wenn ich dann nur in dieser Ebene Änderungen über den Farbeditor machen will, z.B. für die gesamten Basisdaten die Sättigung in diesem tel die Bildes für alle Farben erhöhen will, wird es obwohl ich nur die Anpassungsebene ausgewählt habe, immer auch für die Hintergrundebene geändert. … Was mache ich nur falsch???

    • Roman 8. November 2018 at 12:26 - Reply

      hmm ist auch tatsächlich die „neue“ Ebene markiert und nicht die Hintergrundebene?

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