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#RetuscheTalk – Dodge & Burn Grundlagen

Roman · April 15, 2019 · #RetuscheTalk, Affinity Photo, Photoshop · 0 comments
Dodge & Burn

Dodge & Burn, Abwedler/Nachtbelichter, Neutrale Grau-Ebene, Gradationskurven, usw. Alles Begriffe die einen jeden Fotografen früher oder später im Bereich der Bildbearbeitung mal treffen werden. Für mich ist Bildbearbeitung ein wichtiger Bestandteil der Fotografie.

Was ist Dodge & Burn?

Dodge & Burn beziehungsweise Abwedeln und Nachbelichten sind Techniken die schon ihren Ursprung in der analogen Fotografie hatten. In Zeiten von Photoshop / Affinity Photo / Gimp & Co. ist D&B nur eine von vielen Techniken in der Retusche. Aber für mich ziemlich sicher die Beste.

Konkret versteht man darunter das partielle Aufhellen und Abdunkeln von Bildbereichen, um damit Luminanzunterschiede („Unreinheiten in der Helligkeit“)

Bei Dodge & Burn unterscheidet man zwischen zwei Varianten:

  • lokales D&B und
  • globales D&B

Bei der lokalen Variante gleicht man vorwiegend kleine Fehler im Hautbild einer Person aus, während man die globale Variante für Shaping/Contouring verwendet. Das ist das, was die meisten Fotografen unter „D&B“ verstehen, dabei ist das soviel mehr.

ein cooles Beispiel ist die Übung mit dem Kreis und der Kugel:

dodge & burn
Ein simpler grauer Kreis auf einer grauen Ebene
dodge & burn
Ein bisschen Dodge & Burn und schon ist der Kreis eine Kugel

Der Vorteil von Dodge & Burn

Im Prinzip gibt es (fast) nur Vorteile, wenn man D&B für seine Retusche hauptsächlich einsetzt, da hier die Strukturen bestehen bleiben. Dodge & Burn ist non-destruktiv, das heißt man kann immer seine Veränderungen rückgängig machen. Vor allem auch deshalb wird diese Technik der Beauty- bzw. HighEnd-Retusche verwendet. Oder habt ihr etwa geglaubt, da wird mit Frequenztrennung oder „Abpudern“ (Bandstop) gearbeitet? Die Technik funktioniert übrigens auch bei Kleidungsstücken (Falten entfernen, usw.)

Nachteil von Dodge & Burn

Kein Vorteil ohne Nachteil, das gilt auch bei D&B: Die Retusche ist etwas zeitaufwendiger als bei einer Frequenztrennung oder Abpudern (oder was es sonst noch gibt). Auch die Lernkurve ist etwas flacher als bei den anderen Techniken, das heißt, ihr müsst definitiv üben. ABER: man hat definitiv die natürlicheren Ergebnisse mit D&B. Und wenn wir uns ehrlich sind, dann wollen wir doch eher die natürlichen, hochwertigen Ergebnisse als irgendwelchen matschigen Bilder die in weniger als 5 Minuten entstanden sind, oder?

Wie funktioniert Dodge & Burn?

Bei D&B führen mehrere Wege ans Ziel und führt zu entsprechenden Ergebnissen, sei es drum zählen wir mal die bekanntesten Methoden auf:

Dodge & Burn – auf einer Pixelebene

Die simpleste Variante sieht die Verwendung der Photoshop/Affinity Photo eigenen Werkzeuge Abwedeln (Dodge) und Nachbelichten (Burn) vor. Direkt auf dem Bild malen verwendet man das Dodge bzw das Burn-Tool und hellt beziehungsweise dunkelt entsprechend die gewünschten Bildbereiche ab. Bei dieser Methode hat man jedoch einen Nachteil, den der Vorteil des non-destruktiven Arbeiten ist hier futsch, zusätzlich basieren beide Werkzeuge auf die „Color Burn“ und „Color Dodge“ Algorithmen und diese drastische Farbverschiebungen verwenden. Deswegen hat es sich etabliert, eine Neutral-Grauebene (50% Grau) im Verrechnungsmodus „Weiches Licht“ oder „Ineinanderkopieren“ verwendet wird.

Dodge & Burn
Erstellung einer Grau-Ebene in Photoshop
Dodge & Burn
Erstellung einer Grau-Ebene in Affinity Photo

Auf dieser Grau-Ebene haben wir wieder non-destruktives Arbeiten und man kann mit den Abwedler und Nachbelichter-Werkzeug arbeiten, ohne dass das eigentliche Bild verändert wird.

Im Prinzip braucht man hier auch nicht den Abwedler und Nachbelichter, man könnte auch mit einem weichen Pinsel mit Weißer beziehungsweise Schwarzer Farbe malen. Dazu braucht man aber auch nicht die Ebene mit grauer Farbe füllen, die Verrechnungsmethoden bleiben gleich. Ich persönlich verwende diese Methode nicht, weil für mich andere Methoden zu besseren Ergebnissen führen.

Dodge & Burn mit Gradationskurven

Dodge & Burn mit Gradationskurven in Affinity Photo

Dodge and Burn mit Gradationskurven in Photoshop

Meine Lieblingsmethode bei Dodge and Burn ist die Variante mit Gradationskurven. Der Vorteil liegt hier klar auf der Hand: Ich male nur auf der eingeklinkten Maske, ich kann mit der Füllmethode „Luminanz“ verhindern, das ich Farbverschiebungen habe und ich kann den Effekt in der Kurve schnell verstärken oder abschwächen ohne die Deckkraft der Einstellungsebene verändern zu müssen. Der Nachteil: Ich brauche mehr als eine Ebene und muss zwischen Dodge und Burn hin und her switchen. Ein weiterer Vorteil ist das ich aufgehellte und abgedunkelte Bereiche voneinander getrennt Farbkorrigieren kann.

Das ist notwendig, da aufgehellte Stellen oft weniger gesättigt wirken und abgedunkelte zuviel. Wenn ihr die volle Kontrolle haben wollt, seid ihr aber mit dieser Methode am Besten unterwegs.

Mehrere Gradationskurven in einen Ordner

Über diese Methode bin ich erst vor kurzem gestoßen. Und zwar legt man hier einen Ordner an und darin bis zu 5 Gradationskurven mit minimaler Änderung der Helligkeit bzw Dunkelheit. Der Ordner selbst erhält eine invertierte (schwarze) Maske auf der man wie oben beschrieben malt. Diese Methode solltet ihr euch mal reinziehen, da bekommt man auch ziemlich smoothe Ergebnisse zustande.

Mehrere Kurven in einen Dodge Ordner in Affinity Photo

Mehrere Kurven in einen Dodge Ordner in Photoshop

Dodge & Burn – Zusammenfassung

Wenn man professionelle, natürliche Ergebnisse erhalten will, dann führt kein Weg an Dodge and Burn vorbei. Mit oben genannten Methoden kann man wunderbare Ergebnisse erzielen. Wichtig ist aber, das man nach den Luminanzunterschieden später auch Farb- und Sättigungsverschiebungen korrigiert. Aber wie das funktioniert, erkläre ich ein einer weiteren Folge des #RetuscheTalks.

Wichtige Tipps

  • Vor der Retusche mit D&B grobe Korrekturen mit Kopierstempel und Reparaturpinsel auf einer leeren Ebene machen.
  • Unterscheidet D&B zwischen lokal und globalen Korrekturen. Das heißt, ihr solltet diese Korrekturen auf unterschiedlichen Ebenen machen, sonst habt ihr bei eventuellen späteren Korrekturen die Qual.
  • Bei globalen D&B macht man schnell mal zuviel und die Ergebnisse werden unnatürlich. Macht immer einen Vorher/Nachher-Vergleich und und verringert nötigenfalls die Deckkraft.
  • Lernt Contouring – Schaut euch mal MakeUp Videos auf YouTube an, so lernt ihr schnell wie ihr bei globalen D&B arbeiten solltet um ein natürliches Ergebnis zu bekommen.

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