Professionell Drucken mit Capture One Pro (+ 1 Video)

drucken mit capture one pro

Inhaltsverzeichnis

Nachdem ich mir Ende Dezember 2019 einen neuen Drucker geleistet hatte (Canon IP8740 – REVIEW folgt), dachte ich mir, ich erkläre euch mal, wie man direkt aus Capture One drucken kann. Zudem gibt es auch ein paar Tricks und Tipps wie man meine anfänglichen Fehler dabei vermeiden kann.

Kennt ihr das Gefühl euer Foto gedruckt in den Händen zu halten? Komplett anders, als es auf Social Media oder in ner Cloud zu betrachten. Da ich aber nicht immer die Bilder an eine Online-Druckerei schicken wollte und dann warten muss, bis es endlich ankommt, hab ich mich dafür entschieden, einen eigenen Drucker zu kaufen. A4-Drucker gibt es wie Sand am Meer aber ich wollte unbedingt FineArt Prints drucken können und wollte keine relativ kleinen Ausdrucke haben. Also hab ich nach A3, A3+ und A2 Drucker mich umgesehen. Was mich zugleich verwundert hat, das die Preise für A3 + Drucker ziemlich erschwinglich sind.

Schnell also ein paar Drucker angesehen, Reviews gelesen und meine Auswahl wurde enger. Ich hab mich dann für den Canon Pixma ip8740 entschieden, da hier laut Reviews mit der Tinte sparsamer umgegangen wird und zusätzlich die Farben mit Grau angemischt werden um die einzelnen Farbtöne zu treffen. Das war ein entscheidender Punkt gegenüber beispielsweise Epson. Doch kommen wir zum eigentlichen Thema zurück, Drucken mit Capture One Pro.

Das Setup

Nicht unbedingt erforderlich, aber ich hab mir das Symbol für das Druck-Menü direkt in die Symbolleiste gelegt, dazu müsst ihr einfach mit der rechten Maustaste auf die Symbolleiste klicken und schon könnt ihr diese anpassen. Das Drucker-Symbol ist natürlich in Form eines Druckers, den ihr einfach per Drag-and-Drop in die Symbolleiste ziehen könnt. Wollt ihr das nicht machen genügt es einfach, Strg+P (Windows) oder CMD + P (MacOS) zu drücken.

Das Drucker-Menü in Capture One Pro

Egal welche Methode ihr euch jetzt entschieden habt, Capture One öffnet nun ein Drucker-Menü wo die wichtigsten Punkte nochmal aufgelistet sind:

  • Drucker 
    • Papier 
    • Auflösung 
    • Schärfung 
    • Farbprofile 
    • Rend. Intent 
    • Seiten- und Druckereinstellungen 
  • Einheiten und Hilfslinien 
  • Vorlage 
  • Ränder 
  • Layout 
  • BIldeinstellungen 
  • Bildunterschrift 
  • Wasserzeichen 

Drucker

Im Bereich „Drucker“ findet ihr die wichtigsten Einstellungen: Welcher Drucker an euren Rechner angeschlossen ist, welches Papier von euch eingelegt wird (in meinem Fall das A3+ Smooth Peal Papier von ILFORD), ob euer Druck geschärft werden soll, welches ICC-Farbprofil verwendet werden soll usw.

Ich empfehle gleich an dieser Stelle, das ihr den Punkt schärfen vorab machen solltet, da ihr leider hier keinen Softproof habt, wie euer Druck dann aussehen wird. Wenn ihr das vor dem Drucker-Menü macht, habt ihr die volle Kontrolle darüber. Beim Farbprofil hab ich mich für das des Papierherstellers entschieden, da es genauerer Ergebnisse liefert.

ICC Farbprofil und Vermeidung von Farbstichen

Da ich zudem von MacOS auf Windows 10 gewechselt bin und ich an diesen „Fehler“ beim ersten Druck nicht gedacht hatte, hier ein kleiner Hinweis: Windows 10 greift in das Farbmanagement zusätzlich ein. Das heißt das Betriebssystem will zusätzlich die Bilder „verbessern“. In meinen Fall war das ein dezenter Magenta-Stich bei meinen ersten Ausdruck. Abhilfe verschafft hier ein Eingriff in den Druckertreiber, den ich will ja, das Capture One (oder Affinity Photo oder Photoshop) mein Farbmanagement erledigt und nicht Windows.

Dazu geht ihr in die Druckereigenschaften:

Dort klickt ihr dann auf Einstellungen:

Hier wählt ihr unter „Farbe/Intensität“ dann den Punkt Manuell aus. Schon greift Windows nicht mehr in die Farbeigenschaften ein.

Das richtige ICC Profil beim Drucken

Ich hab zuerst im Softproof von Capture One mich mit CMYK Farbräumen gespielt und dann entsprechend blind gedruckt. Die Ergebnisse waren dementsprechent mau und nach kurzer Recherche hab ich dann das ICC Farbprofil des DRUCKERPAPIERS verwendet und siehe da: der Druck sieht genauso aus wie auf meinen Monitor (der im übrigen auch kalibriert ist, bevor jetzt die Frage auftaucht).

Rendering Intent

Des weiteren gibt es eine Einstellung, wie Capture One mit den Farben umgehen soll, dazu gibt es das Auswahl-Menü mit folgenden Optionen:

  • perzeptisch
  • relativ farbmetrisch
  • absolut farbmetrisch
  • Sättigung

Doch was bedeutet Rendering Intent eigentlich? Bei diesen Verfahren geht es darum, wie ein vorhandener Farbraum in einen anderen umgewandelt wird. Also kurz gesagt für Fotografen: Wie ein Farbraum von RGB auf CMYK umgewandelt werden soll. Grob angeschnitten gibt es hier zwei Verfahren (ich weiß das es mehr sind, aber ich will hier keine Raketenwissenschaft daraus machen). Wir entscheiden uns also entweder für einen Weg der unseren fotografischen(menschlichen) Farbempfinden (PERZEPTIV) oder wir wählen den FARBMETRISCHEN Weg, der wie ein Farbmessgerät funktioniert. Bei einen solchen wird Farbe um Farbe gemessen und versucht diese bei der Konvertierung genau im Ziel abzubilden.

Die perzeptive Methode skaliert die Farben und Farbtöne. Ist ein Farbraum bei der Quelle (zB AdobeRGB) als im Ziel (CMYK) wird diese proportional verkleinert, damit die Abstufungen der Quelle im Ziel erhalten bleiben. Bei der farbmetrischen Methode wird hingegen Farbe für Farbe, Farbton für Farbton verglichen, ist der Quellfarbraum größer als der Zielfarbraum, dann wird vereinfacht gesagt die Quellfarbe auf die nächstgelegene Zielfarbe gezogen. Und so entstehen je nach Szenerie Modulationsverluste, welche bei der perzeptiven Farbmethode vermieden werden.

Perzeptisch

Wem das noch zu kompliziert war, noch einmal vereinfacht ausgedrückt:

  • Erhalten der Farbverhältnisse
  • auf Kosten der Sättigung (muss nicht, kann aber sein)

Farbmetrisch

  • Erhalten des Farbtones
  • auf Kosten der Farbverhältnisse (kann, muss aber nicht sein)

Was heißt eigentlich „Kann aber muss nicht sein“?

Bei den Rendering Methoden kommt es auch auf das individuelle Bild an. Und inwiefern das Bild den zugeteilten Farbraum „ausnützt“. Nehmen wir an, ein Bild hat AdobeRGB (welcher einen großen Blau-Anteil besitzt). Wir wollen ein Bild in CMYK konvertieren, das Bild hat aber weniger Blautöne, dafür mehr Gelb- und Rottöne. Damit der Quellfarbraum im Zielfarbraum Platz findet, muss bei der perzeptiven Methode dieser so weit verkleinert werden, das die Eckpunkte Rot, Grün und Blau in CMYK Platz finden. Da Blau aber in AdobeRGB ausgeprägt ist, müssen Rot und Grün verkleinert werden um die Verhältnisse der Farben zu erhalten. Verhältnismäßig werden die Farben mit Blau übereinstimmen, aber an Sättigung verlieren.

Was stelle ich also in Capture One Pro für das Drucken ein?

Ich will beim Druck das die Farbverhältnisse stimmen, also wähle ich, erraten: den perzeptiven Weg an, meine Farben zu konvertieren. Als ICC-Profil stelle ich mir von ILFORD zur Verfügung stehende Profil aus. (Achtung: wenn ihr ein anderes Papier verwendet, dann schaut erstmal beim Hersteller, ob die ein entsprechendes ICC Profil zum Download haben.)

Ränder | Layout und Bildeinstellungen für den Druck

Jetzt ist schon ein großer Teil geschafft, jetzt müssen wir nur noch das Format einstellen für unseren Druck. In meinen Beispiel hab ich A3 ( 297 x 420 mm) eingestellt, weil es zugeben ziemlich schwer ist, A3+ Fotorahmen zu erwerben und ich im Endeffekt ein Passepartout innerhalb des Rahmens hochwertiger finde.

Drucken
Meine Einstellungen für den A3-Druck
Auch ein Wasserzeichen lässt sich über das Druckmenü einfügen

Drucken in Capture One Pro – Meine Ergebnisse

Ob schwarzweiß oder Farbdruck, das eigene Bild an den Wänden ist schon ein geiles Gefühl, das ich jeden nur ans Herz legen möchte. Anbei möchte ich euch meine Ausdrucke präsentieren:

drucken mit capture one pro

Roman

Roman

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