Facebook überdenkt Nacktheitspolitik

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Wir Fotografen können ein Lied davon singen: künstlerische Akt-Fotos müssen von bestimmte Art und Weise zensiert werden, damit sie auf Facebook und Instagram nicht gelöscht werden. Zusätzlich läuft man ständig Gefahr, dass das eigene Profil gesperrt wird usw. Eine Protestaktion des Fotografen Spencer Tunick dürfte Facebook noch zum Umdenken bewegen.

Dieser organisierte am 02.06 ein Nacktfoto-Shooting direkt vor den New Yorker Facebook-Büros. So wollte er auf die komische Interpretation von Nacktheit auf Facebook und Instagram protestieren.

Das Shooting selbst fand folgendermaßen statt: Tunick leitete über hundert Menschen an, sich nackt auf den Bürgersteig zu legen, die Genitalien waren mit vergrößerten Abdrücken männlicher Brustwarzen bedeckt, Frauen hatten männliche Brustwarzenaufkleber. Das Ganze lief in Zusammenarbeit mit der National Coalition Against Censorship (NCAC). Auf Instagram gibt es darüber auch schon einen Post von Tunick:

https://www.instagram.com/p/ByX3FjchKxT/

Tunick wurde bereits mehrmals in New York verhaftet weil er ohne Erlaubnis Aktfotos gemacht hatte. Das besagte Protest-Shooting war das erste in New York seit 20 Jahren. Er selbst gab dazu trocken an, das die Leute „eh bekleidet“ waren, da sie ja Brustwarzen aufgeklebt hatten, kreative Antwort wenn ihr mich fragt.

Diese Woche Mittwoch gab der NCAC bereits an, das sie zusammen mit Facebook an den Nackheitsrichtlinien arbeiten wird. Derzeit sind ja „Nacktheit“ und „weibliche Brustwarzen“ verboten. Berichten zufolge will man hier mit einer Gruppe von Künstlern, Kuratoren und Aktivisten treffen, um die derzeitigen Auswirkungen der Richtlinien besprochen werden. Ich kann dazu nur sagen:

via GIPHY

Die Nacktheitspolitik von Facebook lautet derzeit wie folgt:

Aktuell hat Facebook ein Problem mit Bildern auf denen weibliche Brustwarzen enthalten sind. Aber nicht bei allen, bei Frauen die aktiv stillen oder Bildern von Gemälden, Skulpturen und anderen Kunstfiguren greift der Algorithmus nicht. Und trotzdem passiert es trotz des Teils:“Fotografien über Gemälde, Skulpturen und andere Kunstwerke“ das auch diese zensiert werden. Beispielsweise Gemälde von Peter Paul Rubens und antike römische Statuen wurden bereits wegen Nacktheit gemeldet und von Facebook verbannt.

Doch auch Kultfotos wurden von Facebook verbannt weil sie „gegen die Community-Standards verstießen“, wie zum Beispiel das Foto von Nick Uts „Napalm Girl“.

Facebook
Entsprach nicht den Community-Standards: „Napalm Girl“ von Nick Uts

Im Fall des „Napalm Girl“ Fotos eskalierte das aber seitens der Community. Facebook hat daraufhin die Zensurbeschränkungen rund um „berichtenswerte“ Bilder gelockert.

Scrollt mal selbst durch die Feeds von Facebook und Instagram und schaut gezielt nach „Akt-Bildern“. Ich mag persönlich Akt-Fotografie – sofern kunstvoll und nicht billig gemacht – sehr. Und genau auf beiden Netzwerken sieht man diese Bilder eben nur zensiert. Mir haut es so den Gesamteindruck des Bilds zusammen, weil ich ständig dann nur auf die Zensur hinschauen muss. Und trotzdem ist das kein Schutz vor Löschung seitens Facebook. Und die meisten werden auch deswegen gesperrt für ein paar Tage. Nervig und frustrierend einfach. Vor allem wenn man vergleicht wieviel Gewalt-Videos und Fotos auf Facebook geteilt werden ohne Probleme. Noch witziger ist ja, das die USA „Mutterland des Pornos“ ist, andererseits wegen ein paar Nippel sich prüde zeigt.

Umso mehr erstaunt es mich aber, dass das Shooting von Spencer Tunick offenbar so sehr Wirkung gezeigt hat, das der blaue Riese einknickt und seine Nacktheitspolitik für Fotografen überdenkt. Ich hoffe ehrlich, das sich da was tut, denn ich hasse die Zensur. #freenipples

via (diyphotography.net)

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