Feuerwerk fotografieren – so geht`s

Silvester steht wieder vor der Türe (nein nicht der Schauspieler, der Jahreswechsel steht an) und was bietet sich für Fotografiebegeisterte am Besten an, als die Kamera auf das Stativ zu stellen und Feuerwerk fotografieren. Doch wie geht das? Hier meine Tipps und Tricks wie es mit dem Feuerwerk klappt.

Feuerwerk fotografieren – Die Ausrüstung

Was benötigen wir also, um das Feuerwerk zu fotografieren? Da es hier der Blog eines Fotografen ist, natürlich ne DSLR oder DSLM, mit den heutigen Smartphone ist das jedoch – in kleinen Rahmen – auch möglich. Zusätzlich braucht ihr ein Stativ (für die Smartphone-User: ein Bohnensäckchen oder Kirschkernkissen tut es auch ;-)) und – falls vorhanden: ein Funkauslöser (Alternativ dazu stellt eure Kamera so ein das sie erst nach ein paar Sekunden auslöst um Verwackelungen zu vermeiden).

Feuerwerk fotografieren – Die Vorbereitung

Zur Vorbereitung zählt natürlich auch die Wahl der Location. Ihr benötigt freie Sicht. Zeitlich solltet ihr so früh unterwegs sein, damit ihr noch ausreichend Platz an der Location vorfindet, um Stativ und Kamera aufzustellen und auszurichten. Spannender sind Feuerwerksbilder meiner Meinung nach, wenn man auch etwas Umgebung vorfindet auf dem fertigen Bild, sich ein wenig Gedanken zu machen über die Bildgestaltung ist an dieser Stelle nicht verkehrt. Bei Kameras mit Wechselobjektiven empfiehlt es sich daher, ein recht weitwinkeliges Objektiv zu verwenden.

Die Kameraeinstellungen

Feuerwerk fotografieren

Kommen wir nun zu den Kameraeinstellungen, den Automatik-Modus empfehle ich in den seltensten Fällen, daher hier nun ein paar Eckdaten zur Kamera.

Feuerwerk fotografieren – Autofokus oder manueller Fokus?

Bei schlechten Lichtverhältnissen pumpt sich ein Objektiv zu Tode, weil es sich schwer tut, einen Fokus zu finden. Beim Feuerwerk fotografieren habt ihr aber auch keinen Anhaltspunkt wo ihr hinfokussieren könnt, den in den seltensten Fällen steigt das Feuerwerk genau da auf wo man den Fokus gesetzt hat. Stellt daher den Fokus auf „unendlich“, das ist die liegende Acht auf dem Objektiv. Bei Besitzern von spiegellosen Systemkameras wird der Fokus auch meist am Display angezeigt, auch hier habt ihr eine liegende 8 zur Verfügung.

Den Bildstabilisator schaltet ihr aus, solange sich eure Kamera auf einen Stativ (oder Kirschkernkissen, usw.) befindet. Dies ist notwendig, weil ein Bildstabilisator automatisch versucht, Erschütterungen oder Verwackler auszugleichen. Auf einen Stativ würde das also zu Unschärfe bei Aufnahmen führen.

Feuerwerk fotografieren

Feuerwerk fotografieren – so stellt ihr eure Kamera richtig ein

Wir gehen also aus der Komfortzone – dem Automatischen Fokus – weg und wählen das M (für Manuellen Modus). Hier könnt ihr das Belichtungsdreieck nach euren Wünschen einstellen: ISO, Blende, Verschlusszeit. Sofern ihr eure Fotos nachher bearbeiten wollt, wählt das RAW-Format aus, vorausgesetzt ihr habt einen RAW-Konverter. Ihr müsst euch dafür aber nicht in Unkosten stürzen, es gibt auch gratis RAW-Entwickler. Ich empfehle aber Programme wie Capture One 12, Adobe Lightroom oder Luminar, mit denen macht ihr auf jeden Fall nichts verkehrt.

GANZ WICHTIG: Bei eurer Kamera wird bei Langzeitbelichtung normalerweise zur Rauschreduzierung noch ein Dunkelframe nach der normalen Aufnahme gemacht. Diese macht ihr aus, denn ansonsten verpasst ihr mindestens die Zeit die ihr fürs eigentliche Bild gemacht habt das Feuerwerk zu fotografieren. (Oder anders gesagt: Fotografiert ihr eine LZB für 30″, dann wäre für 30″ nochmal das Display dunkel.)

Kameraeinstellungen – ISO

Je niedriger der ISO-Wert desto weniger das ISO Rauschen, verwendet am Besten den nativen ISO Wert, welcher je nach Kamera zwischen 100 u. 200 liegt. Als Faustregel gilt bei der ISO immer: So niedrig wie möglich, so hoch wie nötig.

Kameraeinstellungen – Die Blende

Bei Landschaftsaufnahmen oder Städteaufnahmen bei Nacht wähle ich eine Blende im mittleren Bereich, f/8 bis f/11, aus um eine durchgängige Schärfe zu haben. das empfiehlt sich auch beim Feuerwerk fotografieren. Kontrolliert zwischen den Aufnahmen immer wieder, ob euch die Lichter ausbrennen und passt den Blendenwert dementsprechend noch an, dann habt ihr nachher weniger Arbeit, diese in der Entwicklung zu korrigieren.

Kameraeinstellung – die Verschlusszeit

Das Fotografieren von Feuerwerk sind Langzeitbelichtungen, weswegen wir auch das Stativ brauchen, da wir längere Verschlusszeiten unmöglich ruhig Freihand fotografieren können. Es kommt nun darauf an, wie viele Feuerwerke ihr auf einen Bild haben wollt, je länger die Verschlusszeit ist, desto mehr Feuerwerksexplosionen habt ihr auf einem Foto. Versucht euch hier ebenfalls heranzutasten, fangt mit etwa 5″ an und steigert euch hoch bis 30″. So habt ihr verschiedene Varianten vom Feuerwerk.

Kameraeinstellungen – Der Weißabgleich

Kurz  und bündig gesagt, stellt den Weißabgleich einfach auf Automatik, da macht ihr – vor allem wenn ihr in RAW fotografiert – nichts verkehrt.

Feuerwerk fotografieren – Zusammenfassung

Feuerwerk fotografieren

Solltet ihr alle Vorbereitungen getroffen haben, heißt es zum Zeit des Feuerwerks einfach nur „Dauerfeuer“, immer wieder den Auslöser betätigen, zwischendurch kontrollieren und dann weiter fotografieren. Ihr erhöht so erstens die Trefferquote einer gelungenen Feuerwerksexplosion am Nachthimmel und zweitens habt ihr sehr schnell Rauch und Qualm je länger das Feuerwerk dauert, daher solltet ihr euch am Anfang beeilen, damit ihr nicht nur ein „Wetterleuchten“ auf den Bildern habt.

Zusammenfassung:

  • Kamera auf´s Stativ
  • Manuell auf “unendlich” fokussieren
  • Falls vorhanden: Bildstabilisator ausschalten
  • Raw- Format
  • Automatischer Weißabgleich
  • Fernauslöser oder Selbstauslöser der Kamera
  • Blende 8 – 11
  • ISO 100 oder 200
  • Belichtungszeit 5 – 30 sec
2018-12-31T11:17:35+00:00

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Fotograf und Retoucher aus Wien Liebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein. Auf meinem Instagram-Account findet ihr die aktuellsten Bilder und Stories.
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