„Goldener Schnitt“ in Adobe Lightroom anzeigen

Für die meisten Fortgeschrittenen in der Fotografie dürfte diese Information an sich nichts neues sein, aber für jeden der mit der Fotografie anfängt, sehr wohl. In diesen kleinen Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man den sogenannten „Goldenen Schnitt“ in Adobe Lightroom anzeigen lassen kann.

Schon während der Antike wurden Menschen von einer geometrischen Teilung einer Strecke, nämlich den „goldenen Schnitt“ magisch angezogen, weil sie diesen als besonders angenehm empfanden.

Was hat das nun mit der Fotografie zu tun? Nun, ich spreche jetzt mal für mich als ich mit dem Fotografieren angefangen habe. Das Objekt, welches ich fotografieren wollte, landete meistens mittig im Bild, egal ob es sich hierbei um eine Person oder um einen Gegenstand oder auch um den Horizont handelte. In erster Linie ging es mir hauptsächlich darum, das ich die Funktionen meiner Kamera verstehe und ich halbwegs scharfe Bilder hinbekomme (für was kauft man sich ja sonst ne DSLR, nicht wahr). Mit der Zeit wollte ich aber aus meinen Bildern mehr und mehr herausholen und so hab ich mich mit gewissen Regeln in der Bildkomposition auseinandergesetzt mit der ich das Motiv an sich für den Betrachter angenehm empfinden lassen wollte. Ein Motiv welches zentral im Bild platziert wird, wirkt nämlich häufig langweilig und statisch (ich schreibe deswegen „häufig“ weil es meiner Meinung nach nicht immer so ist und sobald man sich mit den Regeln der Bildkomposition auseinander setzt, wird man irgendwann auch mal bewusst die Regeln „brechen“).

Was ist der „goldene Schnitt“?

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim „goldenen Schnitt“ um die Bilddrittelung, also mathematisch betrachtet ein Verhältnis von 0,6180339). Beispielsweise wenn man ein bestimmtes Objekt in seinem Motiv in einzigartiger Stimmung oder harmonisch einfangen möchte, sollte das Motiv nicht in der Mitte des Bildes liegen. Es kann von der emotionalen Ebene ein cooles Bild werden, aber technisch betrachtet ist das dann eher nicht so. Wenn man also beim goldenen Schnitt ein Streckenverhältnis von 2:3, 3:5 usw aufweist, dann sollten bildwichtige Motive auf einem der Schnittpunkte liegen. damit wir das Bild als angenehm empfinden. Manche Motive erscheinen uns sogar intensiver, wenn die Bildaufteilung stärker nach diesen „Raster“ ausgerichtet sind.

Anwendung des goldenen Schnitts bzw der Drittel-Regel

Gedanklich schneidet man das Bild bei der sogenannten Drittel-Regel in neun gleich große Teile. Man zieht einfach zwei waagrechte und zwei senkrechte Linien, so dass man 9 Teile erhält. Das Hauptmotiv in eurem Bild wird so angelegt, dass man einen der 4 Schnittpunkte trifft. Doch nicht nur den harmonischen Bildstil kann man so überprüfen, sondern auch ob beispielsweise der Horizont entlang der waagrechten Linie verläuft. Hier ein tolles Video von Steve McQuerry, bei dem die Regeln der Komposition meiner Meinung nach super dargestellt werden:

Leider verleiten uns die Schärfe-Einstellungshilfen vieler Kameras dazu, das Hauptmotiv in die Bildmitte zu platzieren. Dadurch wirken aber Bilder weniger harmonisch, langweilig und statisch. Mit der Drittel-Regel könnt ihr dies nun vermeiden. Am besten fokusiert das Hauptmotiv, so dass dieses scharf gestellt ist und danach bewegt ihr die Kamera noch leicht in die gewünschte Richtung, bevor ihr auf dem Auslöser drückt.

Bildschnitt nachträglich in Adobe Lightroom verändern

Ich möchte das in dem Bildbeispiel unten verdeutlichen, an dem ich in Wien Cityscapes fotografiert hatte. Da ich hier vorzugsweise mit Fisheye fotografiere und ich so einen Blickwinkel von 180° habe, muss ich nachher noch in der Bildbearbeitung etwas Hand anlegen und mein Motiv so zuschneiden, dass es harmonischer ist:

Goldener Schnitt
Hier mein Motiv, noch ungeschnitten, aber schon etwas bearbeitet.
Goldener Schnitt
Man nehme im Entwicklungs-Modus das Zuschneidewerkzeug wo man schon den Raster nach der Drittel-Regel sieht. Achtet hierbei auf euer Hauptmotiv welches ihr in Szene setzen wollt.
Goldener Schnitt

Bild fertig und zugeschnitten und meiner Meinung nach viel stimmiger

Wie wechsle ich den Raster in Lightroom?

So nachdem wir jetzt wissen, wie man sein Bild adäquat zuschneidet hier noch ein weiter Tipp, denn man kann die Raster innerhalb von Adobe Lightroom auch austauschen, sodass man sogar die Fibonacci Spirale (Goldene Spirale) anzeigen lassen kann. Dazu müsst ihr einfach im Entwicklungsmodus in Lightroom wechseln und das Schnittwerkzeug anklicken. Danach wechselt ihr mit der Taste O (nicht die Taste Null!) solange die Overlays, bis ihr zum Beispiel vom Drittel-Raster über den Raster vom Goldenen Schnitt bis hin zur Fibonacci Spirale oder dem Raster der Diagonalmethode gewechselt habt.  That`s it.

Viel Spass beim Fotografieren und der Bildbearbeitung 😉

2018-09-12T11:34:34+00:00

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Fotograf und Retoucher aus WienLiebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein. Auf meinem Instagram-Account findet ihr die aktuellsten Bilder und Stories.

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