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Ein cooler und interessanter Aspekt in der Fotografie ist die Sternenfotografie, insbesondere die Milchstraßenfotografie. In diesem Tutorial möchte ich euch auf die wichtigsten Aspekte in der Milchstraßen- und Sternenfotografie Aufmerksam machen, damit eure nächsten Bilder atemberaubend werden.

Doch bevor wir mit den technischen Details anfangen, machen wir einen kleinen Sidestep rüber zur Astronomie, um was es sich bei der Milchstraße handelt und was ihre große Faszination für viele ausmacht.

Die Milchstraße – unsere Galaxie

Wenn man außerhalb von Städten (Stichwort: Lichtverschmutzung, dazu komme ich aber später) nachts aufhält, wird man im Sternenhimmel schon mal ein „helles Band“ beobachtet haben. Dieses Band ist unsere Milchstraße, die Galaxie in der wir uns befinden. Wir sehen davon aber nur einen Querschnitt, der im übrigen aus über 300 Milliarden Sternen besteht. Erstmalig wurde dies von Galileo Gallilei im Jahre 1.600 n.Chr. festgehalten.

Wenn man sich also unsere Milchstraße wie eine Frisbee-Scheibe vorstellt, dann befinden wir uns an einen äußerem Drittel mit unserem Sonnensystem. Das ist also unser Querschnitt denn wir zu Gesicht bekommen, wie eine Ameise die auf einer Frisbee-Scheibe sitzt und von der Mitte aus in Richtung des Rands sieht. Wenn man sich das ganze mal vor Augen führt, vor allem wenn man gerade draußen steht und seine Versuche in der Milchstraßenfotografie unternimmt, macht es das Ganze umso beeindruckender.

Um sich das ganze mal Bildlich vor Augen zu führen, hab ich eine Gesamtquerschnitt der Milchstraße rausgesucht, die man sehen würde, sofern man einmal um den Globus reist. Wir sehen je nach Standort nur einen Ausschnitt davon:

Milchstraße
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Quelle: Wikipedia (http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Milkyway_pan1.jpg&filetimestamp=20061028215938)

Die Milchstraße zu fotografieren gehört geplant (Zeit und Ort)

Am besten bekommt ihr die Milchstraße auf der Nordhalbkugel im Sommer zu Gesicht, da das Zentrum zu dieser Zeit (also der schönste Bereich) über den Horizont sichtbar wird. In den anderen Jahreszeiten wie im Winter, sieht man davon nur die Randbereiche. Auf der Südhalbkugel habt ihr das ebenso, aber zu den Monaten Januar, Februar und März. Einen großen Einfluss darauf hat, wie anfangs schon erwähnt, das Umgebungslicht. Hier kommt die Lichtverschmutzung der Städte ins Spiel, zusätzlich zu den Abgasen und Smog der heutigen Zeit. Dadurch kann es durchaus sein, das ihr in manchen Regionen eine perfekte Sicht auf die Milchstraße habt und an anderer Stelle gar nicht zu sehen bekommt.

Interaktiv beobachten könnt ihr die Lichtverschmutzung in Europa über diese Seite.

Nicht ganz unwichtig ist ein weiterer Faktor, den wir bei Nachtfotografie haben: der Mond. Bei Vollmond tut man sich erfahrungsgemäß schwerer, Sterne zu erkennen, von der Milchstraße brauch ich hier garnicht mal erst reden. Darum solltet ihr euch einen Zeitraum rund um Neumond aussuchen oder zur Not Nächte auswählen, an denen erst später der Mond aufgeht. Praktischerweise gibt es für diesen Fall Smartphone-Apps mit der ihr spielend den richtigen Zeitpunkt weltweit planen könnt:

PhotoPills
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Entwickler: PhotoPills, SL
Preis: 10,99 €

Sun Surveyor (Sonnenvermesser)
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Entwickler: Adam Ratana
Preis: 8,49 €

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Fassen wir also zusammen: für optimale Bilder der Milchstraße und/oder Sterne wählt man einen einsamen Ort fern von jeglicher Zivilisation und möglichst in den Sommermonaten zu Neumond. Der große Aha-Effekt hängt dann von weiteren zwei Faktoren ab, nämlich der Aufnahme und danach in der Nachbearbeitung.

KAMERA, OBJEKTIV UND EQUIPMENT

Das wichtigste neben der Kamera ist das Stativ, also vergesst schon mal bei Langzeitbelichtungen und vor allem Nachts Freihand zu fotografieren, denn ihr braucht dazu einen stabilen Stand. Als nächstes wäre zum Empfehlen ein Fernauslöser um Verwackelungen zu vermeiden. Ich habe für meine Langzeitaufnahmen zwei Fernauslöser zur Auswahl, eines kabelgebunden und eines mit Funk. Bei letzteren könnte ich sogar Intervallaufnahmen (Stichwort: Timelapse) machen.

Milchstraße
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Mein Versuch die Milchstraße zu fotografieren von einem fahrenden Fluss-Schiff aus.

Dazu solltet ihr mal bei Amazon vorbei schauen und den passenden Fernauslöser für eure jeweilige Kamera raussuchen. Die nächsten wichtigen Elemente für die Sternen- und Milchstraßenfotografie ist die Kamera und das Objektiv. Hier zählt vor allem die Lichtstärke. Also sowohl bei Kamera als auch beim Objektiv. Mit der Kamera solltet ihr in der Lage sein ISO Zahlen jenseits von 1.600 aufwärts mit vertretbaren Bildrauschen einstellen zu können. Bei meiner Sony A7 bin ich da ganz gut unterwegs. Beim Objektiv würde ich eher auf ein Weitwinkel-Objektiv setzen um einerseits sehr viel Himmel/Milchstraße auf das Bild zu bekommen und um lange Belichtungszeiten realisieren zu können, ohne die Sterne durch die Erdrotation als Striche abzubilden.

Als Faustformel könnt ihr hier

300 / Brennweite = Verschlusszeit in Sekunden (APS-C)

oder

500/Brennweite = Verschlusszeit in Sekunden (Vollformat/Kleinbildformat)

rechnen, um Sternenzieher zu vermeiden (wir wollen ja hier keine StarTrails ablichten).

Und nun viel Spaß beim Ausprobieren und teilt eure Bilder und Erfahrungen mit mir.

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