Panoramafreiheit in Gefahr durch EU-Gesetz

Das könnte bald teuer für uns werden und nebenbei bemerkt, geht mir der große Bürokratenhaufen namens Europäische Union (kurz EU) langsam aber sicher auf dem Sack. Neuesten Plänen zufolge möchte die EU die sogenannte Panoramafreiheit in Europa kippen. An sich nichts besonderes, außer das man somit das Recht verlieren kann, historische Gebäude und Skulpturen zu fotografieren und später zu veröffentlichen, das betrifft also auch eure Urlaubsbilder, die ihr auf Facebook, Twitter, Instagram & Co weiterteilt. 

Die EU-Bürokraten schlagen zu, denn wenn ihr in Zukunft ein Urlaubsfoto (sagen wir zB vom Wiener Stephansdom oder den Kölner Dom) teilen wollt, dann solltet ihr vorher den Urheberrechtsbesitzer auffinden, mit ihm die Veröffentlichung aushandeln und ihn natürlich unterschreiben lassen, dass ihr das Bild auch wirklich weiterteilen dürft. Nicht nur das es teilweise ein Ding der Unmöglichkeit ist, beweist das wieder einmal, um welche Dinge sich die Europäische Union lieber kümmert, als sich endlich mal um die Asylproblematik oder den “Grexit” zu kümmern. Tut man das ganze im Übrigen nicht, kann der Rechteinhaber euch in Zukunft wegen Urheberrechtsverletzungen verklagen, was Angesichts hoher Anwaltskosten und Strafen ziemlich teuer werden kann.

Was ist die Panoramafreiheit?

Mit der Panoramafreiheit (auch Straßenbildfreiheit genannt) wird eine in vielen Rechtsordnungen der Welt festgelegte Einschränkung des Urheberrechts bezeichnet, die es jeden ermöglicht, urheberrechtlich geschützte Werke wie Gebäude, Kunst am Bau oder Kunst im öffentlichen Raum bildlich wiederzugeben, ohne das hierfür der Urheber des Werkes um Erlaubnis gebeten werden muss. Dies gilt für die Fotografie als auch für die Verbreitung der Bilder.

Panoramafreiheit

Bald nicht mehr innerhalb der EU erlaubt zu fotografieren und zu verbreiten? – der Wiener Stephansdom

Vorschlag der EU-Piraten ins Gegenteil umgewandelt

Ursprünglich war der Plan eigentlich das Gegenteil, Julia Reda (Piraten) wollte eigentlich die

Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an öffentlichen Orten platziert sind

europaweit erlauben. Jetzt heißt es plötzlich, die

“gewerbliche Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an physischen öffentlichen Orten platziert sind, immer an die vorherige Einwilligung der Urheber oder sonstigen Bevollmächtigten geknüpft sein sollte.”

Bereits Anfang Juli wird das Plenum des EU-Parlaments über den Gesetzestext abstimmen. Der große Knackpunkt wird das Wort “gewerblich” sein, denn niemand wird etwas dagegen unternehmen, das Merchandise von historischen Gebäuden lizenziert werden soll. Jetzt kommt das große ABER, denn es soll auch das Hochladen eines Fotos in soziale Medien wie Facebook als “kommerzielle Nutzung” gelten. Wenn man nämlich ein Foto bei Facebook hochlädt, dann räumt ihr Facebook das kommerzielle Nutzungsrecht eurer Bilder ein (etwa zu Werbezwecken oder einfach nur um die Bilder überhaupt in euren Profil darzustellen – dies wird oft in diversen Fotografiegruppen falsch gedeutet!). Fällt die Panoramafreiheit also weg, dann habt ihr euch kein Recht mehr euer Bild bei Facebook hochzuladen!

Panoramafreiheit

Die aktuelle Lage der Panoramafreiheit in Europa

Fällt also die Panoramafreiheit, dann würde es Millionen von Europäern in die Bredouille bringen. Für gewisse Berufssparten würde das auch erhebliche Probleme bedeuten: Dokumentarfilmer, Journalisten oder Fotografen, die dann immer an die Urheberrechte des Architekten/Bildhauer/Maler/usw. denken müssen.

Was können wir dagegen tun?

Teilt diesen Artikel weiter und nehmt an der Wikipedia-Initiative teil, die dieses Vorhaben verhindern will. Wikipedia wäre als Seite selbst voll betroffen von dieser Regelung, deswegen sind sie selbst aktiv geworden in dieser Sache. Zusätzlich schreibt die nationalen Parteien eurer Länder an (gerne auch diverse Politiker direkt) und macht Druck über die Sozialen Medien. Noch ist es nicht zu spät, dieses Vorhaben der europäischen Union zu verhindern.

(via Slashcam via derStandard

 

By | 2015-06-24T15:54:32+00:00 Juni 24th, 2015|Fotografie|0 Comments

About the Author:

Fotograf und Retoucher aus Wien, Gründer des SonyAlpha-Blogs Liebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein.

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