TFP Shootings und ihre Nachteile

Da dachte ich mir, ich schreibe mal wieder einen Blog dazu, was TFP überhaupt darstellt und warum ich für mich jetzt entschieden habe, in diesem Bereich etwas kürzer zu treten.

Was ist TFP?

TFP bedeutet Time for Pictures bzw Time for Prints in der alten Fassung. Ja, im Grunde kann man das unter anderem als Möglichkeit sehen, Gratis Bilder vom Fotografen zu bekommen. Der Haken an der Sache ist aber, dass für das Model sehr wohl eine Leistung zu erbringen ist, außer halbwegs gepflegt zu einer Location zu erscheinen. Leistung im Sinne von Performance, Posing, ausgeschlafen, gepflegt sein und sich selbst am Besten zur Geltung zu bringen. Jetzt werden viele natürlich sagen, dass dies die Aufgabe des Fotografen sein muss, sein Model bestmöglich ablichten zu können. Im Grunde ja, stimmt schon, jedoch erwarte ich mir von einen Model, mit der/dem ich auf TFP shoote, das dieser auch weiß wie er sich am besten in Szene setzt, also erwarte ich mir da schon einiges vom Model selbst, genauso wie man von mir erwartet das ich meine Kameraeinstellung, das Lichtsetup und später dann in der Bildbearbeitung das bestmögliche aus dem Rohbild (aka RAW-Datei) raushole. TFP ist also eine Win-Win-Situation für beide/mehrere Parteien (immerhin braucht ja meine Visa auch Bilder für IHR Portfolio).

Welche Nachteile ergeben sich durch TFP?

Wir leben heutzutage in einer „Geiz-ist-Geil“-Gesellschaft (Vielen dank an die Elektronik-Kette „Saturn“ für diesen prägenden Werbespruch) in der man einfach nur noch von Fotografen erwartet, dass diese für lau ihre Zeit bereitstellen, einfach fotografiert wird und nachher am besten schon am selben Abend die fertigen Bilder bereit stehen. Das ist jetzt zwar etwas überspitzt formuliert, aber das trifft für mich den Nagel auf den Kopf (um bei Wortspielen zu bleiben, dieses Mal eben mit meinen Nachnamen). Viele „Models“ erwarten das tatsächlich, die Folge sind bei vielen meiner Kollegen dann  Bilder, die manche sich nicht einmal mit dem Handy fotografieren trauen, von der Bearbeitung ganz zu schweigen. Einfach Filter drüber, kurze RAW-Entwicklung (sofern diese überhaupt stattfindet) und dann gleich mal Hochladen, am besten mit einem fetten Logo irgendwo im Bild, könnte ja irgendwer klauen.

Wäre das nicht schon genug, haben manche einfach den Sinn von TFP nicht verstanden, also wie im Absatz oben schon erwähnt, sollte es ja auf Gegenseitigkeit beruhen, ich als Fotograf biete meine Leistung als Fotograf an und das Model bringt sich selbst ins Shooting ein und zeigt sich von ihrer besten Seite. Und wenn man nicht ins Portfolio des jeweils andere passt, sei es weil das Model nicht dem eigenen Geschmack trifft oder es noch zu unerfahren ist und andererseits auf Fotografen-Seite das man eben nicht so weit ist, was das eigene Können anbelangt. Dann kann man trotzdem auf Pay-Basis ein Shooting vereinbaren, dann hat man zumindest trotzdem die Win-Win-Situation für Beide hergestellt. Die eine Seite bekommt die Bilder nach den eigenen Vorstellungen/Wünschen, die andere Seite hat zumindest die Zeit entgolten bekommen.

Shoote ich noch auf TFP-Basis?

Ich selbst mache hin und wieder trotzdem TFP-Shootings, jedoch nur noch wenn sie mein Portfolio bereichern. Ansonsten macht ein Shooting auf TFP-Basis für mich keinen Sinn. Im Prinzip wäre das ganz einfach wenn man sich die Abkürzung „TFP“ öfter mal vor Augen führt und immer wieder in Erinnerung ruft. Also „Time for Pictures“ und nicht „Gratis Bilder für mich“, denn das wäre dann oft nicht einfach gratis sondern „umsonst“, also verlorene Zeit für einen der Beteiligten.

2016-08-02T12:40:18+00:00

About the Author:

Fotograf und Retoucher aus WienLiebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein. Auf meinem Instagram-Account findet ihr die aktuellsten Bilder und Stories.

Leave A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.