Sinn und Unsinn von TfP

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TFP

Kennt ihr den Unterschied zwischen gratis und umsonst? Während ich bei GRATIS etwas unentgeltlich anbiete, ist es bei UMSONST genau DAS: UMSONST – für die Fische sozusagen. Zeitverschwendung. TFP Shootings können für die Fische bleiben (um bei dem Wording zu bleiben), sowas kommt immer wieder vor. Es kann aber genauso gut auch umgekehrt sein.

Ohne TFP komplett verteufeln zu wollen. Ohne TFP Shootings wäre ich immerhin nicht da wo ich jetzt bin. Sonst hätte ich entweder viel zu viel Kohle rausgeworfen beziehungsweise mich einfach nicht weiterentwickelt. Und das ist ja eigentlich in aller Sinne, oder?

Also grundsätzlich hab ich nichts gegen TFP Shootings. Immer wieder mach ich sie heute auch noch, etwa bei den #hammerWALKS oder wenn ich aus meiner Komfortzone ausbrechen will.

Was sind TFP Shootings?

Unter TFP versteht man „Time for Prints“ oder mittlerweile eher „Time for Pictures“. Dies ist eine Vereinbarung zwischen Fotografen und Model. TFP sieht vor, das Model und Fotograf unentgeltlich für ein Projekt im Austausch für Bilder zur Verfügung stehen. Das Besondere ist also, das jeder seine Kosten selbst trägt. Jeder bezahlt selbst seine Fahrtkosten (ok, auch da gibt es je nach Fotograf und Model Ausnahmen).

Bei längeren Anfahrten empfiehlt es sich, das man nicht sofort los fotografiert, sondern sich erstmal kurz bespricht und eine Kennenlernphase hat. Dabei werden also die Fotos noch besprochen und als Fotograf kann man auch sein Lichtsetup vorbereiten, während das Model sich fertig macht. Vorteil: Die Anstrengung von der langen Fahrt wird abgelegt und man entspannt sich. Die Folge daraus sind bessere Fotos.

TfP? Super, ich bekomm gratis Bilder!!! 

Au contraire!!! Klar musst du ein TFP-Shooting nicht mit Geld bezahlen, aber definitiv mit Leistung. Im besten Fall so viel, das dein Gegenüber etwas von deiner Leistung hat, sprich die Bilder als Eigenwerbung verwenden kann. Und da sind wir eigentlich beim allgemeinen Problem. TFP verkommt in der „Geiz ist Geil“-Mentalität immer mehr zur „Gratis Bilder-Aktion“ für eine der beiden Seiten. Seit einiger Zeit dann auch in Form von:

„Wir haben eine Hochzeit, haben kein Budget mehr, aber vielleicht hat jemand Lust ein wenig zu üben. Natürlich darf derjenige dann auch beim Buffet mitessen.“

So oder so ähnlich schon mehrmals auf Facebook gelesen…

Und da ist das Problem. Ich bekomme auch heute noch ziemlich oft Anfragen von „ambitionierten Hobbymodels“ die mich dann sofort fragen, wie das Shooting denn heiße, wo man nichts bezahlen muss. Meistens antworte ich dann darauf, das es sowas nicht gibt. Früher hab ich mir da sogar die Mühe gemacht zu fragen, was derjenige arbeitet und ob er/sie da auch gern gratis Leistungen erbringen würde, weil man Ihn/Sie natürlich auf Facebook und Instagram markieren wird, weil das ne tolle Werbung für Ihn/Sie ist.

Den Vogel hat eine Dame abgeschossen, die mir abfotografierte Bilder aus der Vogue geschickt hatte und „genau dasselbe“ auch von mir haben wollte. Fashion-Shooting in einen Schloss, die Kosten für Schloss, Visagist, Hairstylist und Designer hab ich zu tragen, denn ist ja ein TFP-Shooting. Irgendwie muss ich heute noch darüber schmunzeln, wenn ich so nachdenke.

Das nächste Hobbymodel meldet sich ab und an auf eines meiner Portraitbilder auf Facebook, möchte unbedingt dieselben Bilder auch für sich haben. Kleiner Hinweis darauf, das man gerne gebucht werden kann, bringt mir Ruhe für ein paar Wochen. Da frage ich mich,…

wann wird endlich mal verstanden, dass TFP zum Nutzen beider Seiten gedacht ist?

Mittlerweile steht auf den Social Media Auftritten von mir auch dabei „NO TFP“ oder garniert als Hashtag #notfp. Anfragen kommen trotzdem immer wieder rein, Texte zu lesen wird heutzutage wohl überbewertet. Ob es da schon ein Memes dazu gibt?

TFP
Oh, doch eines gefunden xD

Wann macht TFP Sinn?

Wie gesagt, TFP Shootings verteufle ich nicht grundsätzlich. Time for Pictures macht für mich Sinn, wenn alle Beteiligten

  • auf dem gleichen Erfahrungslevel sind
  • die Bilder FÜR JEDEN werbewirksam sind (das Portfolio also bereichern, nicht ergänzen)
  • man willig sind, Zeit und Geld für das Shooting zu investieren, damit da was entsteht

dann macht es Sinn. Sonst eben nicht. Auch wenn ich bei meinen #hammerWALKs ebenfalls auf freier Basis fotografiere, fotografiere ich da auch nicht jedes Model. Es muss für mich und mein Portfolio passen. Denn auch der Walk ist nicht dazu gedacht, einfach zum Treffpunkt zu kommen, versuchen einfach hübsch zu sein und dafür gratis Bilder zu bekommen. Das ist ein Event zum Netzwerken um sich später auch gemeinsame Projekte auszumachen. Nicht mehr, nicht weniger.

TFP macht nur Sinn, wenn die Ergebnisse jeglichen finanziellen und zeitlichen Aufwand auf BEIDEN SEITEN rechtfertigen. Ein TFP Shooting ist nicht dazu da sich mal kurz geile Bilder gratis zu holen. Denn dann arbeitet eine Seite schlichtweg umsonst.

Roman Hammer
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Roman

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