Tschüss Google+ | Welche Alternativen gibt es für Fotografen?

Google+ war für mich immer ein soziales Netzwerk, welches von vielen unterschätzt wurde. Das Problem in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft ist eben, dass man sich mit gewissen Dingen nicht lange beschäftigen will, entweder man sieht es sich an und es begeistert oder eben nicht. Bei Google+ war ich ja wie schon mal erwähnt seit der Beta-Phase dabei und mir gefiel vor allem mehrere Dinge an Google`s Netzwerk: Es werden keine Bilder komprimiert (für mich als Fotograf ein wesentliches Kriterium), die Diskussionskultur ist bei weitem professioneller und sachlicher als bei Facebook, Twitter (dazu gibt es in den letzten Tagen viele Beiträge in der „normalen“ Presse dazu, Stichwort: „Hate Speech“ oder „Hass Postings“) und das Netzwerk ist werbefrei (Ich verstehe ja, dass auch Social Networks was verdienen wollen, aber am Beispiel von Facebook sieht man, wie es hier momentan in die falsche Richtung tendiert).

Hatte es ja bereits bei Facebook einen Datenskandal in Bezug auf „Cambridge Analytics“ gegeben, war vor einigen Wochen auch Google dran. Mal abgesehen davon das es mich nicht wundert wenn man die API eines Netzwerkes nicht auf den aktuellsten Stand hält, das es irgendwann mal gehackt werden kann, war für mich die „plötzliche Ankündigung“, Google+ ins digitale Nirvana zu befördern, für mich eher ein Vorwand um es endlich durchzuziehen. Das gilt zumindest mal für die privaten User, für Business Kunden (die für die G Suite monatlich einen Obulus zahlen) wird Google+ weiter bestehen bleiben. Wenn man davon ausgeht, das Google+ immer als „Geisterstadt“ bezeichnet worden ist, dann macht es natürlich Sinn die Zielgruppe noch weiter einzuschränken, verstehe ich vollkommen. #achtungironie

Google+ | Was sind die Alternativen?

Ich hab mir seit Bekanntwerden der Meldung so einige Gedanken darüber gemacht, ich persönlich möchte mich ja nicht rein auf Facebook und Instagram für meine Social Media Auftritte beschränken, es sind zwar die vermeintlich größten Netzwerke, aber mir gefallen nicht unbedingt alle Spielregeln von Mark Zuckerberg für die Nutzung ebendieser.

Also welche Alternativen gibt es? Auf Google+ wurde schnelle eine Community (das sind die Pendants zu den Facebook-Gruppen) gestartet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Alternativen für G+ zu finden. Hier wurden viele Netzwerke genannt, eine „nerdiger“ wie die andere natürlich. Klar auf Google+ sind zwar eher die Technik-Nerds unterwegs, aber ich möchte ja die Alternative vor allem für meine Arbeiten (Fotos und YouTube-Videos und Blog-Artikel) nutzen.

Doch was muss eine Alternative zu Google+ für mich beinhalten? (Ich muss das ein wenig einschränken, denn ansonsten sprengt das bei der Anzahl der vielen Netzwerke etwas den Rahmen des Blogs)

  • Keine Komprimierung der Bilder

  • Es gibt eine Smartphone App

  • Es ist ähnlich wie Google+

  • Es ist kein Netzwerk zur reinen Präsentation von Bildern

Wenn man sich meine Checkliste so ansieht, dann fallen schon ein paar Netzwerke wie 500px, Flickr und YouPic weg, denn hier tummeln sich eher nur Fotografen, also nichts anderes wie reine Fotografen-Gruppen auf Facebook. Kommen wir als zu den beiden Alternativen, die ich für mich für ideal als Alternative zu Google+ auserkoren habe.

MeWe – privates soziales Netzwerk, das auf Facebook und Twitter aufbauen möchte

MeWe ist ein privates soziales Netzwerk, welches auf Facebook und Twitter aufbauen möchte. Der Vorteil: es gibt keine Werbung und auch kein User-Tracking jeglicher Art. Als ich von MeWe gelesen hatte, hab ich mir einen Account eröffnet und mir die dazugehörige App runtergeladen. In Prinzip ist für die Masse der Google+ Nutzer MeWe das Netzwerk, welches Google+ am nahesten kommt. Es gibt wie bei Facebook Gruppen, aber leider auch dazugehörige Gruppenchats, bei der alle Mitglieder der jeweiligen Gruppe sofort dabei sind und entsprechend oft wird das Smartphone läuten oder vibrieren, weil ein User irgendwas in den Chat gepostet hat. Auf die Dauer echt nervig, vor allem werde ich ständig zu irgendwelchen Gruppen hinzugefügt, bei denen sich mein Interesse in Grenzen hält. Es gibt auch dzt. (Stand Oktober 2018) keine Möglichkeit, sich aus den Chat zu entfernen. Oft wird sich nicht einmal an den Themen gehalten, es wird querbeet gepostet in den Chats, die leider unmoderiert sind.

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Wie finanziert sich MeWe?

Im Gegensatz zu Google haben die Macher von MeWe nicht soviel Budget zur Verfügung um ohne weiteres ein Netzwerk ohne Werbung aufrecht zu erhalten: Jeder Nutzer hat ca. 8 GB an Datenvolumen zur Verfügbar, will man mehr bzw kommt man an seine Grenzen muss man einen monatlichen  Beitrag zahlen. Dieser fängt bei 0,99 US-Dollar an und hört bei 5,99 US-Dollar auf. Die Benefits daraus sind „geheime Chat-Funktion“, die Möglichkeit Emojis zu kaufen usw.

Mein Fazit zu MeWe

Ganz im Gegenteil zu Google+ damals, werde ich mit MeWe nicht warm. Jetzt ist auch ein gewisser Hype dank der drohenden Schließung von Google+ da, keine Frage. Die wichtigere Frage wird wohl sein, wie sich das Netzwerk auf den User-Ansturm anpassen wird beziehungsweise wie aktiv die Community letztendlich sind.

Pinterest

google+ alternative

Pinterest vergleiche ich immer gern mit einer Pinnwand auf dem heimischen Kühlschrank, man kann selbst nach Belieben Pinnen, aber es können auch andere Nutzer (etwa auf Gruppen-Boards) dazu pinnen. Hier geht es nicht um ein möglichst großes Netzwerk an Freunden, sondern um schöne Fotos.  Pinterest selbst vermeidet es zwar, sich selbst als Soziales Netzwerk zu sehen, man wird auch nicht dazu aufgerufen andere Freunde hinzuzufügen, aber für mich ist es das definitiv, weil ich nach meinen Interessen Pinnwände erstellen kann und auch anderen Nutzern mit den selben Interessen folgen beziehungsweise auch ihre Inhalte pinnen kann.

An dieser Stelle werdet ihr euch sicher fragen, warum Pinterest in meiner Liste auftaucht, da man hier ja keine Communities wie in Google+ oder Facebook hat. Falsch gedacht, diese Funktion wird mit Stand Oktober 2018 ausgerollt und so verspricht Pinterest meiner Meinung nach mehr und mehr eine Alternative zu Google+ zu sein, als etwa MeWe.

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Mein Fazit zu Pinterest

Wenn es um eine tatsächliche Alternative zu Google+ geht, dann ist das für mich ganz klar Pinterest: Es hat eine Smartphone App für iOS und Android, es sind (bald) Communities verfügbar, Fotos werden meines Wissens nach nicht komprimiert und ich kann Pinnwände nach meinen Interessen erstellen, ganz so wie es mit den Sammlungen bei Google+ der Fall war/ist. Obendrein hab ich im Gegensatz zu 500px und YouPic nicht nur Fotografen hier dabei, es ist eine sehr große Bandbreite an Themen da, so dass für jeden was dabei sein sollte. Für die Blogger unter euch: Pinterest soll den Traffic zu euren Webseiten entsprechend in die Höhe treiben lassen, vorausgesetzt man pinnt fleissig seine Inhalte, die obendrein einen Mehrwert für andere bietet.

Ich werde demnächst noch genauer auf Pinterest eingehen, wie ich das Netzwerk als Fotograf nutze. Als bleibt dran 😉

2018-10-24T18:27:53+00:00

About the Author:

Fotograf und Retoucher aus WienLiebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein. Auf meinem Instagram-Account findet ihr die aktuellsten Bilder und Stories.

2 Comments

  1. Timo 25. Oktober 2018 at 9:15 - Reply

    Pinterest ist ein Contentmultiplikator, weme vollkommen unbekannt behaupte ich mal.

    Wer Reichweite will, kann auf Pinterest setzen, ist dann aber – stand heute – nur Teilnehmer in einer riesigen, trafficerzeugenden Suchmaschine. Mit Community hast das eben jetzt noch nichts zu tun. Anstatt Alternativen zu FB&co zu suchen, erachte ich es für mich als sinnvoller, einen Weg mit den großen, communitylastigen Plattformen zu finden.

    Wobei ich natürlich Pinterest auch rudimentär nutze.

    LG
    Timo

    • Roman 25. Oktober 2018 at 14:29 - Reply

      Hey Timo, ich bin persönlich kein Fan davon mich nur auf Facebook oder Instagram zu verlassen man sieht ja schnell was allein schon das Ändern des Algorithmus für Nachteile für User haben kann. Am sichersten ist es zwar über nen eigenen Blog, da hier der Content nicht irgendwo im Social Network Nirvana verschwindet. Wie auch im Artikel beschrieben, schaltet Pinterest jetzt auch Communities frei, die dann hoffentlich denselben Effekt wie bei Google+ oder Facebook haben werden. Da ich ja ein Fan von Pinterest bin, bin ich gespannt wie sich das weiter entwickelt.

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