Warum Google+ für mich das ideale Netzwerk für Fotografen ist

Zu Beginn dieses Jahres habe ich mir einiges vorgenommen, unter anderem wollte ich meine bisherige Social Media Strategie etwas ändern. Ich wollte nicht mehr auf gefühlten 10 Netzwerken mehr schlecht als recht tätig sein (wenn man Social Media Marketing ernsthaft betreiben will dann muss man da auch Zeit investieren, Zeit die mir an anderen Stellen dann abhanden kommt), sondern mich auf ein paar wenige zu beschränken, diese aber kontinuierlich zu bespielen, aktiv mitgestalten usw. Eines dieser Netzwerke die ich wieder etwas aktiver betreibe, ist Google+. Das Social Network vom Suchmaschinenriesen Google ist nun schon seit 2011 auf dem Markt und wurde in der einschlägigen Fachpresse schon als „Konkurrent zu Facebook“ präsentiert.  

Anfangs konnte man nur via Einladung in die „neue Welt“ von Google+ hervorstoßen (da war ich schon dabei :D) und sich sein eigenes Bild davon machen. Es war auch etwas rudimentär was das Design anbelangt, aber insgesamt doch aufregend, beim Wachsen eines neuen Netzwerks dabei zu sein. Als damaliger Techblogger war das dann auch irgendwie ein Muss, denn Google hatte ja den Authorship eingeführt, der dann SEO-technisch einiges gebracht hatte in den Suchergebnissen. Das hat sich aber dann leider wieder geändert und die zuvor gepflegten Profile auf Google+ verwaisten immer mehr. Auch die Maßnahme von Google, via Android-Smartphone und dazugehörigen Google-Konto gleich ein Google+-Profil zu erhalten brachte zwar für die Statistik etwas Erfolg (denn Google+ hat derzeit, Stand Februar 2018 etwa 3,5 Milliarden Accounts), aber die Interaktion blieb dem trotzdem aus. Diesen Eindruck hat man aber dahingehend, wenn man nur hin und wieder auf Google+ vorbeischaut, ein paar Beiträge postet und dann wieder verschwindet. So eine Taktik funktioniert auf keinem der vielen Social Networks, erst recht nicht bei Google+. 

Der Moment, wenn man bei Google+ immer wieder “mal nur” vorbeischaut…

Doch kommen wir zu den Vorteilen, die mich dazu bewegen, aktiver auf Google+ zu werden und auch zu bleiben.

Wer oder was ist Google+?

Das neue Google+ – wie sieht es derzeit aus?

Zwischen der ersten Version von Google+ und heute liegen Welten und das ist gut so. Hat man früher schon etwas die Anleihen an Facebook erkennen können, erinnert es jetzt etwas an Pinterest, einem weiteren Netzwerk das sich stetig einer wachsenden Userzahl erfreut. 

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Bild: Screenshot von Google+

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Bild: Screenshot von Pinterest

Dementsprechend hat sich auch das Nutzerverhalten etwas geändert, für uns als Kreative sind das die wesentlichen Erkenntnisse:

1. Funktionsweise – Sammlungen und Communities im Vordergrund

Die Profile und Seiten treten in den Hintergrund, die Inhalte rücken in den Fokus auf Google+. Beide erscheinen in der Navigationsleiste links oben und bestücken den Stream mit bildlastigen Beiträgen. Gefiltert wird nicht wie anfangs mit Kreisen, sondern nach Interessen(-Kategorien). Während die Sammlungen von einer Person erstellt und bespielt werden, um Beiträge von einem bestimmten Themenbereich zu sammeln, können Communities von mehreren Mitgliedern befüllt werden und decken ebenfalls einen bestimmten Themenbereich ab. 

Mit dem neuen Design hat sich Google+ entgültig gewandelt, weg vom Facebook-Konkurrenten (was es meiner Meinung nach sowieso nie war) hin zu einer Community-Plattform. Die Neuausrichtung zielt hier auf die speziellen Bedürfnisse der Nutzer ab die sich über die Jahre hinweg entwickelt hat. 

2. Nutzerverhalten auf Google+ – Ein fotoaffines Publikum

In einer Analyse von CircleCount (einer Statistik-Seite für Google+) bekam man Rückschlüsse auf das Nutzerverhalten von Google+ Usern, so hat man in 57% der Beiträge Fotos, Links (27%) und Videos (8%), die auch in Sachen Performance dementsprechend wirken. Im Vergleich zu einem einfachen Beitrag auf Google+ erhält ein Foto-Beitrag 149% mehr +1 (die Likes auf Google+), werden um 136% öfter kommentiert und um 133% häufiger geteilt.

3. Google+ als Marketing-Plattform

Auf dem ersten Blick wirkt Google+ nicht gerade marketingfreundlich, man erreicht auch weniger aktive Mitglieder als etwa bei Facebook, Instagram oder Twitter, aber Google+ ist nicht als Businessnetzwerk konzipiert, sondern versteht sich als Community-Plattform für Inhalte. Die „neuen“ Funktionen Sammlungen und Communities bieten aber themenbasiert Möglichkeiten und man kann so potentielle Kunden und Fans erreichen: etwa 75% der Google+ User ist männlich und zu den Top-Berufsgruppen zählen Ingenieure (29%), Entwickler (17%), Designer und eben Fotografen (14%). Hat man also ein Nischenpublikum, kann man hier also leicht fündig werden. 

Ein weiterer Grund warum Google+ (für mich) interessant ist, ist der SEO-Aspekt. Social Signals haben zwar offiziell keinen Einfluss mehr auf die Google-Suchergebnisse, aber trotzdem werden hochwertige und zielgruppenrelevante Inhalte geteilt. Und je beliebter Beiträge sind, desto höher ist die Chance, dass auf die eigene Webseite geklickt wird, usw. 

Warum ist Google+ für Fotografen geradezu ideal?

Ich möchte euch das einfach mal so frei raus aus meiner Sicht erklären, für mich als Fotograf ist es wichtig im Netz gefunden zu werden. Und den großen Vorteil den wir in der heutigen Zeit gegenüber früher haben, ist eben das Marketing-Tool schlechthin: Social Media. Was früher die „gelben Seiten“ waren, findet man jetzt über Google(+), Facebook, Twitter, Instagram, Linkedin, usw. Und dazu brauch ich eigentlich nur ein Smartphone und kann mir meine Informationen einfach aus dem Netz ziehen. Viele der Fotografen beschränken sich aber auf Facebook, Instagram und maximal noch 500px und Flickr. Letztere sind aber Fotocommunities und bringen mir im Prinzip nur einen Austausch mit anderen Fotografen, nicht mehr. Wenn ich aber Fans, Kunden haben will dann sind diese Netzwerke dann eher weniger was für mich. 

Doch warum mit Google+ die Geisterstadt schlechthin verwenden? Wie ich eingangs schon sagte, man darf a) Google+ nicht mit Facebook oder Instagram vergleichen, denn das dürfte nie das Ziel von Google selbst gewesen sein. Vielmehr ist es ein Nischen-Netzwerk für Designer, Geeks und (wartet es kommt gleich) Fotografen… Und B): man muss auch aktiv sein auf Google+ damit es mittel- bis langfristig auch was bringt. Und das nicht nur in Form von Followern auf Google+, denn meiner Meinung nach hat das auch Auswirkungen auf die Google-Sucherergebnisse, die Stelle, wo wir mit unseren Webseiten als Fotografen natürlich auf der ersten Seite platziert sein wollen. 

Fotos werden auf Google+ nicht komprimiert

Wenn ich mich auf Facebook in den Gruppen aufhalte, dann taucht öfter die Frage auf, wie man auf Facebook Bilder hochlädt damit sie nicht (oder nur wenig) komprimiert werden. Auch in den Google Suchergebnissen bring das etliche Treffer und viele Lösungsansätze die den heiligen Gral versprechen. Auf Google+ hab ich das jedenfalls nicht, ich lade mein Bild hoch, egal ob als FullRes oder das für Facebook optimierte Jpeg: es ändert sich absolut nichts, die Ergebnisse sind knackig scharf, nichts wird vermatscht und sogar die Exif-Daten werden ausgeliefert (die bei Facebook nicht angezeigt werden und auch gelöscht werden beim Upload). Bei Landschafts-, Architektur-, Tierfotografen (Portraits hab ich auf der Chromecast noch nie gesehen) kann es unter Umständen zu auch sein, dass Google die Bilder für die Chromecast (als Hintergrundbild) einblendet, mit Namensgebung! Also das allein schon wäre Werbung genug um mal das Social Network von Google auszuprobieren.

Die Nutzer stehen im Vordergrund

Wenn man sich den Stream auf Google+ so ansieht, dann wird man auf dem ersten Blick keinen  Unterschied zwischen einem Privat-Profil und einem Business-Profil (aka Unternehmerseite oder Markenseite) erkennen, erst wenn man auf das Profil klickt. Also im Gegensatz zu Facebook kann ich mit meinem Unternehmensprofil in jede x-beliebige Diskussion einsteigen, auf Facebook geht das nur in den Gruppen, die ich selbst verwalte. Das sehe ich als Fotograf als Vorteil an, denn ich kann so mit meiner Seite aktiv sein und so Follower generieren. Also wenn man es genauer betrachtet: Social Network in Reinkultur.

Wie findet man mich auf Google+?

Im Grunde ganz einfach, ich hab hier unterhalb ein Google+ Widget eingebunden, über das ihr mir direkt folgen könnt:

Google+ – Mein Fazit

Wenn Ihr euch nicht ständig den Algorithmus von Facebook und Instagram ausliefern wollt, wenn ihr interessensbasiert in Social Networks unterwegs sein und ihr euch mit Gleichgesinnten austauschen wollt, dann ist Google+ definitiv ein Netzwerk für euch, alleine schon die Diskussionskultur auf diesem Netzwerk finde ich genial, ich bin hier nun schon einige Zeit dabei, aber ein Gehate wie auf Facebook oder Twitter wäre mir nie untergekommen. Das Google das Netzwerk nicht aufgegeben hat zeigt für mich das neue Design 2017 und das man bald auch bei der Android App (vl auch bald bei der iOS App?!) einige Änderungen erhalten wird, die auch neue Features beinhalten sollen. Eines ist aber klar, wie auch auf jeden anderen Social Network auch, muss man sich auch auf Google`s Netzwerk sich etwas Mühe geben und Geduld haben, dann klappt es mit der Zeit auch mit Interaktionen und mit Followern. Aber es erwartet ja auch keiner das man ein neues Facebook Profil oder ne -Seite erstellt und da gleich Heerscharen von Followern kommen, oder? 😉

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By | 2018-02-14T21:36:34+00:00 Februar 14th, 2018|Social Media für Fotografen|0 Comments

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Fotograf und Retoucher aus Wien, Gründer des SonyAlpha-Blogs Liebt die Fotografie, aber meistens müssen Menschen auf den Fotos drauf sein.

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