Warum man in RAW fotografieren sollte

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Immer wieder sehe ich noch Fotografen, die das Potential ihrer Kamera verschenken, indem sie NICHT in RAW fotografieren. Puristen meinen zwar, das man die Situation so aufnehmen möchte wie man sie vor Ort aufgenommen hatte, aber das stimmt mit JPEG auch nicht so wirklich. Aber darauf komme ich im Artikel zurück.

Was ist eine RAW-Bilddatei?

Bei einer RAW handelt es sich um das Rohdatenbild direkt vom Sensor der Kamera. Sozusagen das digitale Negativ eines Bildes. Du erhälst hier alle Bildinformationen, die der Kamerasensor aufgenommen hat. Stellt euch das Bild wie eine leere Leinwand vor, auf der ihr später nach belieben Anpassungen vornehmen könnt. Und so vollständige Kontrolle über das fertige Bild habt. Das RAW-Bild ist naturgemäß sehr groß, weil eben alle Bildinformationen enthalten sind. Da hier aber die – im Gegensatz zum JPEG – die Kamera keine eigene Interpretation eures Bildes vornimmt, muss die Datei nachher digital entwickelt werden.

Mit RAW-Entwicklungsprogrammen wie Capture One Pro oder Adobe Lightroom könnt ihr das Bild dann nach euren Wünschen entwickeln. In dem ihr beispielsweise Weißabgleich, Farben, Schatten, Lichter oder Kontraste anpasst. Um das fertige Bild dann freizugeben und irgendwo hochladen zu können, müsst ihr das RAW dann exportieren. So wird dann einfach eine JPEG Datei daraus. Oder was auch immer ihr eingestellt habt.

Der Dateiname der RAW hängt von der jeweiligen Kameramarke ab. Also das Sensorbild heißt nicht *.raw sondern etwa .CR2 (Canon), *.NEF (Nikon), *.ARW (Sony), *.RAF (Fuji) oder *.RW2 (Panasonic)

Was ist ein JPEG?

Bei einen JPEG (Kurzform für Joint Photographic Experts Group) handelt es sich um ein Bildformat, deren Standard im Jahr 1992 festgelegt wurde. Der Vorteil im JPEG-Format liegt im geringeren Speicherplatz-Bedarf aufgrund der Komprimierung des Bildes. Ohne Komprimierung würde ein 10 Megapixel Bild rund 30 Megabyte auf der Festplatte belegen, da jeder Punkt im Farbbild drei Byte für die Farbanteile ROT – GRÜN – BLAU erfordern würde. Mit der Komprimierung kommt man dementsprechend auf einen geringeren Speicherplatz-Bedarf. Das Ergebnis sind Bilder, bei denen ihr weniger kreative Freiheit beim Bearbeiten habt: Weißabgleich, Farbsättigung und Belichtung sind schon von der Kamera aus gespeichert und bieten viel weniger Spielraum um Lichter zu retten oder Schatten wiederherzustellen.

JPEG-Bilder sind geeignet für

  • Bilder mit einen Farbumfang von 16,7 Millionen Farben (je 256 Farbstufen für ROT – GRÜN – BLAU)
  • Bilder mit kontinuierlichen Farb- und Helligkeitsübergängen zwischen benachbarten Bildpunkten, wie es für Fotos typisch ist.

Die Komprimierung funktioniert unterschiedlich gut. Bilder mit vielen Details lassen sich weniger gut komprimieren als Bilder mit großen, schwachen konturierten Flächen. So oder so bringt sie sichtbare und unsichtbare Qualitätsverluste mit sich. Ein weiterer Vorteil des JPEGs ist die universelle Verwendung, da sie von jeden Gerät geöffnet werden kann. Zusätzlich kommen sie ohne RAW-Konvertierung oder RAW-Entwicklung aus und können ohne Anpassungen direkt in soziale Netzwerke oder auf die Webseite geladen werden.

Wie bearbeite ich ein RAW-Bild?

Früher, im analogen Zeitalter, hieß es vor dem Fotografieren den richtigen Filmtyp auszuwählen, um einen bestimmten Bildlook zu erzielen und später ab in die Dunkelkammer, um es zu entwickeln. Im digitalen Zeitalter heißt unser Filmtyp eben Capture One Pro oder Adobe Lightroom (oder auch Photoshop mit dem Camera RAW Filter oder Affinity Photo mit seiner RAW Persona). Heutzutage hat man also viel mehr Möglichkeiten, sein Bild zu entwickeln, Farben zu verändern oder eine bereits geile Aufnahme nochmals zu betonen. (Sollte jemanden aufgefallen sein, das ich hier nicht von “Bild retten” geschrieben habe, RICHTIG – seht zu das ihr euer Bild schon in der Kamera im Kasten habt und versucht nicht, Bilder digital zu “retten”)

Die Bearbeitung eines RAW-Bildes ist non-destruktive. Das heißt, es wird nichts an der RAW-Datei selbst verändert und du kannst jederzeit Anpassungen zurücksetzen.

Wie groß ist ein RAW-Bild?

Die Größe der RAW-Datei hängt von der Größe des Kamera-Sensors ab. Also je nachdem ob es sich um einen MFT-, APS-C, Kleinbildformat oder Mittelformat handelt. Während es sich hier bei MFT- oder APS-C eher bei 20-40 Megabyte einpendelt, kann es bei Kleinbildformat oder Mittelformat auf bis zu 120 Megabyte pro RAW-Datei anwachsen.

Wie speichere ich ein Bild im RAW-Format?

Wenn du einen RAW-Entwickler wie Capture One Pro oder Adobe Lightroom verwendest brauchst du nicht wirklich was speichern. Sobald du das jeweilige Programm beendest werden deine Veränderungen mitgespeichert. Und du kannst beim nächsten Mal da weiter machen, wo du aufgehört hast. ODER du exportierst das Bild in deinen gewünschten Format, etwa als JPEG.

Wie sieht es bei dir aus? Fotografierst du im JPEG- oder im RAW-Format? Warum hast du dich dafür entschieden? Ich freue mich auf deinen Kommentar. Schreib mir auch, wenn du Fragen zum Blog hast!

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2 Kommentare zu „Warum man in RAW fotografieren sollte“

  1. Ich fotografiere in RAW. Warum? Weil ich es kann und ich nicht so viele Bilder erstelle, das der Mehrbedarf an Speicher ein Problem ist. Zudem mache ich nur Naturfotografie, und bin dafür hauptsächlich “auf der Pirsch”, was es schwierig macht, Bedingungen und somit Konfigurationen zu planen. Da ist jede Reserve hilfreich. Zudem komme ich auch nicht aus der klassischen Fotografen Schiene. Ich nehme digitale Fotografie für mich als das, was sie heute ist. Mit allem Komfort.

    LG
    Timo

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